Kapstadt – Lieblingsstadt am Tafelberg

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Eine unserer schönsten Reisen war die nach Südafrika – und ein besonderes Highlight war definitiv die Zeit in Kapstadt.

Die beste Reisezeit ist zwischen November (da waren wir da) und März – wobei es im November teilweise noch etwas wechselhaft sein kann.

Gewohnt haben wir in Kapstadt im wunderschönen Gästehaus Lezard Bleu – übrigens bis heute eine der schönsten Unterkünfte, die ich besucht habe. Im ruhigen Stadtteil Oranjezicht und direkt am Tafelberg gelegen besticht das Lezard Bleu durch seine tolle Lage und die sympatischen Gastgeber. Jedes der sechs Zimmer (eines befindet sich im Baumhaus im Garten) ist individuell eingerichtet und mit schönen afrikanischen Accessoires ausgestattet. Das Frühstück wird an einem großen Tisch im offenen Aufenthaltsraum serviert und ist ganz fantastisch. Entspannen kann man sich unter den Palmen am Pool im Garten. Die Abende haben wir immer sehr nett mit südafrikanischem Wein und tollen Gesprächen im Garten ausklingen lassen.

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Ich empfehle allen Besuchern, die zum ersten Mal in Kapstadt sind, eine Stadtrundfahrt im Hop-on Hop-off Bus. Dabei lernt man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen und bekommt den geschichtlichen Background der Stadt erklärt. Tipp: Am besten die Tickets im Vorwege unter www.citysightseeing.co.za im Internet buchen, dann wird es günstiger!

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Ein besonderes Restaurant in Kapstadt ist das Fork in der bekannten Long Street. Hier gibt es südafrikanische Tapas, die einfach nur lecker sind. Zur Auswahl gibt es sowohl vegetarische Gerichte als auch Fisch und Fleisch. Das Ambiente ist gemütlich und die Kellner sehr zuvorkommend.

Bei allen schönen Dingen, die ich über Kapstadt erzählen kann, gibt es leider auch Gegebenheiten, an die man sich erst gewöhnen muss. Dazu gehört beispielsweise, dass alle Häuser von einer riesigen Mauer umgeben sind und von Wachdiensten geschützt werden. Es wird Touristen geraten, nicht alleine abends in die Stadt zu gehen, sondern immer ein Taxi für die Hin-und Rückfahrt zu bestellen.

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Während im Innenstadtbereich von Kapstadt überwiegend weiße Afrikaner wohnen, liegen am Rande der Stadt die sogenannten Townships. Dies sind riesige Blechhaussiedlungen, in denen die schwarze Bevölkerung die Majorität bildet.

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Uns wurde geraten, nicht auf eigene Faust die Vororte zu besuchen. Wir haben deshalb -auf Rat unserer Gastgeber- eine geführte Township-Tour gebucht. Hier fährt man mit einem Kleinbus und einem Guide, der selbst in einem der Townships wohnt, in die Vorstädte. Es ist auf der einen Seite sehr interessant, auf der anderen Seite hatte ich allerdings auch ein sehr mulmiges Gefühl. Man schaut sich dort das Leben fremder Menschen an, geht in die Häuser und beobachtet das Straßenleben – ein wenig wie im Zoo. Auch als sehr unangenehm habe ich den Besuch in einem Kindergarten empfunden, in dem die Kinder darauf „trainiert“ waren, mit den Touris zu tanzen und zu singen. Trotz dieser Negativpunkte empfehle ich jedem Kapstadt-Besucher eine solche Tour. Die Eindrücke vor Ort lassen niemanden kalt und man wird dazu aufgefordert, über sein Leben nachdenken und über die Dinge, die wirklich wichtig sind. Obwohl die Bewohner der Townships in Armut leben, sah und hörte man überall auf den Straßen lachende und fröhliche Menschen, die versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen.  Township2Township4

Während unserer Tour haben wir Vickys Bed & Breakfast besucht. Diese süße Unterkunft liegt mitten im Township Khayelitsha und bietet einfache Zimmer mit Frühstück. Wer das Township-Leben richtig kennenlernen möchte, ist hier mit Sicherheit sehr gut aufgehoben.

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6 Antworten

  1. Liebe Stephie,

    ich fand Deine Anmerkunden zu Deinem Township-Besuch sehr interessant – weil es genau das schildert, was mich davon immer hat zurückschrecken lassen – diese Gefühl des Menschen-Zoos.

    Vor – ach Gott fast 10 Jahren – habe ich mal ein Praktikum in Kapstadt gemacht und in der Agentur waren Kollegen, die im Township wohnen. Es war einfach Realität, dass sie zwischen diesen zwei Welten pendeln – für mich damals eine sehr eindrückliche Erfahrung.

    Liebe Grüße

    Daniela

    • Stephie

      Liebe Daniela, leider gibt es für Touristen nur wenige Möglichkeiten, einen Blick hinter die Kulissen des „Vorzeige-Kapstadts“ zu werfen. Ich kann die Townshiptouren – trotz des negativen Beigeschmacks – deshalb einfach nur jedem empfehlen. Vielleicht ist es ja eine Option, für deinen nächsten Kapstadt-Besuch? ;-)

      Liebe Grüße
      Stephie

  2. Sonja Schrader

    Liebe Stephie,

    Deine Empfehlung eine Tour durch die Townships zu machen kann ich nur unterstützen.
    Ich war vor 11 Jahren das erste Mal in Südafrika und habe mich zu der Zeit gegen eine Townshiptour entschieden aus den oben genannten Gründen ( Zoo ). Vor 2 Jahren, bei einem erneuten Besuchs Kapstadts, habe ich mich aber für eine Tour entschieden und es keineswegs bereut. Wir sind mit dem Fahrrad und einem Guide unterwegs gewesen und fanden es einfach spannend, bewegend, aufklärend und sehr emotional. Durch das Fahrrad hatten wir nicht das Gefühl wie Zoobesucher aufzutreten, was sehr hilfreich war. Am Ende der Tour hatten wir zufällig ein Päarchen getroffen, daß teils in Deutschland lebt und teils in Kapstadt in den Townchips. Sie hatten unser Gespräch zufällig mit angehört und unsere vorangegangenen Zweifel mitbekommen. Darauf hin hatten sie uns angesprochen und noch mal bestätigt, daß die Bewohner selber es sehr gut finden, wenn Interesse der Touristen am Leben der Townshipbewohner vorhanden ist. Sie wünschen sich auch, daß mehr weiße Südafrikaner solche Touren machen würden.
    Also ich habe es keineswegs bereut und empfehle es jedem!!!

    Liebe Grüße,

    Sonja

    Ps: Dein Blog ist toll :-)

    • Stephie

      Vielen Dank für dein Feedback, liebe Sonja! Auch unsere Gastgeber haben uns aus diesen Gründen stark zu einer Tour geraten: Die Menschen in den Townships können nur so uns Touristen zeigen, wie sie leben. Sie bekommen dadurch die Chance, selbst hergestelltes Kunsthandwerk und ähnliches zu verkaufen und auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

      Liebe Grüße
      Stephie

  3. Liebe Stephie,

    beim nächsten Mal werde ich auch auf jeden Fall eine Township Tour machen – gerade nach den Schilderungen von Dir und Sonja.

    Ich habe gerade für einen Blogartikel über Kapstadt als Welt Design Hauptstadt 2014 über Kunst in den Townships recherchiert/ geschrieben – das ist so spannend und verändert glaube auch noch mal das Bild auf das Leben dort.

    Liebe Grüße

    Daniela

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